Und so kam ich beim US Immigration-Officer an und er fragte sogleich: “how long do you plan to stay in the U.S.?“
Sumit: “Until 5th of May -- so around 6 months“
Officer: “6 months? Sorry. Not gonna happen!“
BAM.
Angefangen hats als ich morgends in London aufgestanden bin. 6.30 Uhr ganz brav frühstücken und gegen 7.30 Uhr losgegangen zur Victorias Trainstation. Komischerweise hat mir der Pupskopf am Ticketschalter n Bus reserviert… also wege mir… 1,5 Stunden Busfahren zum Gatewick Airport. Dort angekommen geh ich zum Iceland Express Checkin der mich nach Island und dann nach New York bringen soll und muss feststellen, dass mein Passport weg is. Whoot ze fak..?
Ok Großer, nachgedacht. Im Hostelzimmer verloren? Unterwegs rausgefallen? In Edinburgh vergessen? Dann viel mir ein dass ich den Passport der Süßen an der Hostelrezeption zeigen musste. Vor lauter Süßigkeiten hab ich den wohl nich mehr eingepackt. Also da vom Flughafen aus angerufen und nachgefragt. Jop, sie haben mein Passport aber mehr können se dann auch net machen. Also vollbepackt losgesprintet zum Taxistand. Kurz geschwatzt und dann heißts nur: “Blabla, take him to London an back! You got two hours. 170 Pounds“. Alles klar ich blech halt 200 Zacken damit der Taxityp das Unmögliche möglich macht: mein Passport trotz Berufsverkehr aus der Londoner Innenstadt zu holen und wieder zum Gatewick Airport zu fahren. Mir wurds schon ganz schwarz.
Aber der Taxityp war der Hammer! In den Londoner Taxis gibts nen Geschwindigkeitsmesser der anfängt langsam zu piepen wenn man ca 10 MPH drüber is. Well… das Teil hat in einer Tour durchgespiepst. Ohne scheiß. Techno Disco im Taxi! Zweimal wurde er geblitzt, hat im Verkehr mehr geschnitten als der lokale Rabbi und hat mir SEIN iPhone gegeben, damit ich im Stau zu Fuß rennen konnte. Kein Scheiß. Route berechnet und ab gings: zu Fuß ca eine Meile mit Affenzahn durch London gesprintet. Unterwegs das Hostel gecalled dass sie meinen Passport bereit halten. 1,5 Sekunden in dem Hostel gewesen und weiter gerannt und irgendwo unterwegs sammelt mich Best Taxityp 2011 auf und lässt den Geschwindigkeitsmesser wieder nen Anfall bekommen. Der hat sich so krass reingehangen dass wir das Unmögliche geschafft haben. 03 Minuten vor Check-in-Schluss war ich da. Mal abgesehen davon dass ich für die Taxitour genau so viel gezahlt hab wie für den Flug… Respekt.
Von der Kohle abgesehen wars lustig. Also ich im Flieger nach Island -> New York. N Haufen Leute kennen gelernt die mir Shit erzählen wie geil/scheiße Brooklyn/Manhatten is und wie was wo zusammenpasst und bla und überhaupt und New York eben. Von einer sehr netten aber dennoch 65 Jahre alten Freakshow wurde mir sogar ne Autofahrt “nach Hause” angeboten. “No thanks”. Jetzt zum wichtigen: Meiner Ankunft am Flughafen in New York.
Ich hab ja mit allem gerechnet. Lebensscan, ausziehen, Hintergrundcheck, Finanzcheck, Arbeitscheck, Kontaktecheck, Terrorcheck, Krankheitscheck, Bombencheck, Social-Network-Check, ArschlochCheck, CheckCheck, CheckCheckCheck- ALLES. Aber mit so ner Rundumabfuhr ehrlich gesagt nicht. Ich komm hin und es geht mit den üblichen Fragen los: Wielange, Warum, Weshalb. Beim “Wielange” wars dann schon zu spät. “5th of Mai? 6 Months? Sorry. Thats not gonna happen. -- You can’t just come to the USA and stay as long as you want!” :O
Leicht geschockt, ratlos und überrascht stand ich am Schalter und dachte ich hätt jetzt knapp nen Monat und 1000€ umsonst verpulvert.
GOTT SEI DANK bin ich eine verdammte nervige Labertasche und hab mich mit paar Sätzen wieder ins Spiel gebracht. Dann hieß es plötzlich: BAM BAM BAM “This is your first trip to the US. 6 Months! Enjoy it because you better don’t come back so soon after you leave“. Klingt immernoch wie ne harte Drohung, aber von mir aus. Ladys and Gentlemen: I’m in!
Komme grade aus ner Bar in Brooklyn “heim” und geh jetzt ins Bett. Die Woche gehts dann auf Apartment-Hunting. Ich bin extrem geflashed was hier so abgeht -- aber dazu bald mehr.
Was den Officer überzeugt hat? Geld natürlich. Ich schwörs euch -- das war die unangenehmste Situation in der ich mich jemals befunden habe. Noch unangenehmer als beim Nickerchen im Schwimmbad ne Morgenlatte zu bekommen. Naja.
So long -- STAY IN THE LINE!
Geile Geschichte! Hat mich zum Lachen gebracht und war schön zu lesen aber warum bist du in New York?
Eine wirklich lustige Story :-) Viel Spaß dir noch in New York! Ich bin schon auf die nächsten lustigen Geschichten gespannt. Schönes W-ende dir noch! Gruß Markus
du hast ernsthaft den zollbeamten bestochen?
@Nils: Warum nich? :-)
@Manuel: Ahwas! Dafür wär ich wohl in Knast gekommen.Ich musste ihm zeigen was ich auffer Kante habe, dass er weiß das ich genug hab um 6 Monate in der USA die Wirtschafts anzukurbeln
@Sumit: und er hat dich trotzdem reingelassen???^^
nice storry! schön weiterbloggen und am laufen halten, mal schaun was der Bub noch lustiges erleben wird in the City that doesnt sleep
Nette Story. Der Taxifahrer hat an dir wahrscheinlich in den 2 Stunden mal eben seine Tageseinnahmen verdoppelt, da darf auch ruhig ein wenig Einsatz verlangt werden. ;)
Aber bei so ner Absage direkt zu beginn wär mir wohl auch erst mal sonstwas in die Hosen gerutscht..
Hi, ich habe mich schon lange nicht mehr so prächtig amüsiert…Das war eine äußerst lustige und iteressante Story. :-) Warum gibts eigentlich bei uns nicht solche coolen Taxifahrer?! :-)Have a nice day and enjoy your trip! Liebe Grüße Anja
Ich lach mich schlapp!
Da könnte ich eine ganz ähnliche Story dazu erzählen….allerdings habe ich mich nicht getraut, dem Zollbeamten Bestechungsversuche zu unterbreiten.
Gibt´s auch noch eine Fortsetzung der Story?
Keep us posted!!!
LG Franka
Alter, wie krass ist das denn :( Gott sind die fies. Als ich damals (also vor 10 Jahren =P) in den Staaten war, waren die noch nett, oder wenn man nur urlauber ist, gehts auch noch. Vielleicht lags auch am Frauenfaktor ;) jedenfalls ne echt geile Story mit dem Taxi, Respekt!