16. September 2010

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Sumit – der Verteidiger der Arschlöcher

Heute Abend gehe ich zu der Veranstaltung von “Laufen Für Stuttgart“. Genauer gesagt einer Demo für Stuttgart 21 bzw. gegen die Gegner ;-). Deshalb ist mir jetzt mal in denn Sinn gekommen mich zu fragen wieso zum Teufel ich eigentlich IMMER(!) auf der Seite der vermeintlichen bösen Buben bin..?

Wenns um öffentlich angeprangerte Menschen und Projekte geht, zum Beispiel Sarrazin, Eva Herrman, längere Laufzeiten für Atomkraftwerke, Stuttgart 21, Google Street View, Facebooks Datenschutz, Googles Datensammlung, Motzereien gegen die DB, Bankmanager oder Wiedeking, dann bin ich ausnahmslos in Diskussionen immer für die Arschlochpartei. Für die Bösen. Selbst wenn ich bestimmte Dinge derjenigen die ich verteidige nicht gut oder sogar zum abkotzen finde mache ich trotzdem einen auf Pflichtverteidiger. Ich hab mal ein paar mögliche Gründe dafür zusammengekratzt.

Schlechte Argumentation
Oft ist es so, dass ich erst den Status der Gegenpartei einnehme wenn mich jemand auf das Thema mit nem scheiß Argument anspricht. Sprich, wenn Mr. Neunmalklug bei mir ankommt und meint: “ÖÖHÖÖ Google Street View is blöd, da können Einbrecher schon vorher alles abchecken und Datenschutz und sowieso und überhaupt” und ich gerade in Diskussions-Laune bin, dann vertrete ich – selbst wenn ich selbst gegen StreetView wäre – solange den Standpunkt von Google bis der Typ Argumente bringt die mich überzeugen. Denn dass was er da oben gebracht hat ist Bullshit den ich locker-flockig “widerlegen” kann. Daraus könnte man schließen dass ich einfach Bock zu diskutieren habe.

Massenbewegungen/Herdenverhalten
Ich würd mich nicht grade als einen bezeichnen der sein Tagwerk darauf ausgelegt hat möglichst individuell zu erscheinen aber wenn ich mitbekomme wie in den Medien z.B. S21 oder Eva Herrmann im negativen Sinne sowas von unglaublichwürdig lächerlich hochgeschauckelt werden und die breite Masse der BigBrother-konsumierenden BILD-Zeitungsleser das aufsaugt wie der Staubsauger meinen Zebrafink dann platzt mir fast der Kragen. Plötzlich gehts überall (Arbeitsplatz, Uni, WG, Freundeskreis) richtig ab mit “JAA EHH und habt ihr mitbekommen was Eva Herrmann gesagt hat die alte Beeyatsch? Die is der totale Nazi blabla“. Und ich als nicht TV-Guggender Typ (Ich habe meine Gründe) -ohne Plan wer Eva Herrmann überhaupt ist- lass mir dann alles erklären, informiere mich eventuell noch etwas und ZACK(!) Gegenpartei. Hier scheine ich den Drang zu verspühren manche Leute aus diesem Herdenverhalten zu befreien. Wenns irgendwo knallt wird mit der Masse der Schafe weggelaufen. Ich bin eher der, der schauen geht warum es geknallt hat. Nur weil Galileo sagt die Ananas auf der Pizza Hawai sei Krebserregend ist das für mich noch lang kein Grund jetzt auszuhören die geile Pizze zu futtern. Für Andere ist das sogar ein Grund allen Kindern, den Nachbarn der Omma und dem Postboten zu erklären in Zukunft doch lieber auf Pizza Hawai zu verzichten.

Provokation
Eine mögliche Ursache könnte die blanke Provokationslust sein. Als ich letztes Wochenende mit meiner Süßen einen Abstecher zum Bauzaun (S21) gemacht und gesehen habe wie die grün-linke Fraktion dort am Ausrasten ist hätte ich am liebsten ein “I HERZ S21″-Shirt angezogen und mich da mitten rein gestellt. Einfach nur um zu schauen was die dann machen oder wie tolerant und diskussionsbereit die Leute sind bzw. ob sie mir gestatten ebenfalls meine (minderwertige?) Meinung kund zu tun. Ich gehe heut Abend auch gschwind zur Demo weil ich vorallem Sauer auf die Gegner bin. Leute die pro S21 sind werden übelst beschimpft, ausgebuht und weggedrängt. Autos mit “Für Stuttgart 21″-Aufklebern werden zerkratzt (Zahlt dafür eigentlich die Kfz-Versicherung?) und Schilder die sich nicht gegen S21 äußern werden am Bauzaun verbrannt/abgerissen. Das ist doch kein Zustand.
Dennoch ist es eher selten der Fall dass ich selbst die Diskussion zu einem dieser Themen starte. Meißt kommt jemand auf mich zu und spricht mich drauf an und erst dann nehm ich die Stellung der Gegenpartei ein.

Debattierlust
Ich war schon immer einer der gerne argumentiert hat. Ich hab mich immer gerne durch bessere Argumente überzeugen lassen und hab niemals stur auf meiner Meinung gesessen. Sogar ein Beitritt in den Debattierclub an der Uni-Stuttgart hatte ich mal im Sinn. Ganz einfach weil mir das Spaß macht. In gewisser Weiße ist die Arschlochpartei die ja quasi in der Minderheit ist und augenscheinlich Unrecht hat (haha) ja auch eine Herausforderung. Wenn du es schaffst jemanden von etwas zu überzeugen von dem nichtmal du selbst überzeugt bist… PIMP!

Ein anderer Grund das ich Arschlöcher verteidige könnte natürlich sein dass ich bekanntermaßen selbst schon so n  bissle n Arsch bin. Man weiß es nicht genau. Aber es ist erstaunlich: Ich bin FÜR S21, FÜR längere Laufzeiten unsrer AKW’s, ich finde Frau Herrmann und Herr Sarrazin drücken sich etwas ungeschickt aus haben aber in vielen Dingen recht, ich mag die DB, ich würds als Banker genauso machen, ich finde die Heulerei wegen den Userdaten bei Facebook, Google & Co ist eine Mücke im Elefantenkostüm und ich esse immernoch Pizza Hawai!

Ich renn nicht rum und will Leuten meine Meinung aufbinden. Meißt hab ich noch nichtmal ne Meinung zu dem Thema oder es ist mir schlichtweg egal. Aber wenn jemand versucht mich von seiner Meinung zu überzeugen reagiere ich drauf. Immer als Gegenpol. Immer… fast. Vielleicht sollte ich Lobbyist werden. Denn wie in ‘Thank you for smoking‘ schön verdeutlicht wird: Wenn ich die Menschen davon überzeuge dass du unrecht hast, habe ich automatisch recht. Egal was ich sage.

Zum Schluss möchte ich euch die Frage beantworten die euch alle vermutlich am meißten beschäftigt: “Wieso hat ein Staubsauger deinen Zebrafinken aufgesaugt?” – gute Frage Sherlock. Vor einigen Jahren, als DSL noch teurer war als ein Puffbesuch (also sehr lange  her), hatte ich einige Haustiere. Unter anderem süße kleine Zebrafinken. Und die liebe Mama vom Sumit hat auch immer schön den Käfig sauber gemacht. Als sie bock hatte faul zu sein beschloss sie den Käfig mit nem Staubsauger auszusaugen – während die Vögel noch drin sind. Unglücklicherweise sind Zebrafinken sehr scheu und flippen total aus wenn irgendwas lautes oder großes in den Käfig kommt. Ein Staubsauger erfüllt beides. Also werden die Finken wilder als die College Chicks und einer fliegt runter aufn Boden – *SCHLUURP*- … es war das letzte Mal das Madamé faul sein durfte.

8 Kommentare & Pingbacks

  1. Was hälst du eigentlich von korrekter Rechtschreibung?
    Ich les deinen Blog regelmäßig und gerne, nur die Orthographie ist gelegentlich etwas spektakulär.
    Ha, und jetzt nicht darauf losgehen, ich hab keine Argumente dafür, dass Rechtschreibung gut ist; es spricht mich nur an und ich find es unheimlich sexy :D

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  2. @Name: verstehe, danke!
    @harry: danke für den Rechtschreibfehlerreport im ICQ
    @Eve: Solange es dich heiß macht gibt es keinen logischen Grund irgendwas zu ändern. Aber im Ernst wenn man den Text so runterschreibt und ihn zwei, dreimal durchliest fallen einem Rechtschreibfehler nicht so auf. Zumindest mir nicht – euch schon! Also machts wie Harry und schreibt mir einfach was falsch ist. Ich werds verbessern – außer es gehört so. Wie “Omma”.

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  3. @ eve: “Was hälst du eigentlich von korrekter Rechtschreibung?”

    Der war gut.

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  4. RIP Zebrafink …
    kann dich aber im allgemeinen gut verstehn
    als wir in kath reli (ja ich war in kath reli) abtreibung und sowas besprochen haben kam ich mit geburtenkontrolle

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