23/04 eSport als Sportart?

Ich wage es einmal, vor tausenden deutschen Gamern den Begriff „e-Sport” und dessen Bedeutung ins Visier zu nehmen und zu kritisieren, denn das wird leider viel zu selten getan. Voraussetzung um diesen Artikel richtig zu verstehen, ist die Fähigkeit der Unterscheidung von Ironie und Ernst! Ein seltsamer Hinweis? Ich habe schon alles erlebt!


Nebeninfo: Sumit war selbst auch mal ein Jahr lang in der Welt des „eSport’s“ gefangen. Nachdem er dem “professionellen” eSport den Rücken gekehrt hatte, begriff er Attraktivität, Nachteile, Gründe und andere Facetten des eSports.

Der e-Sport; zusammengesetzt aus „elektronisch” und „Sport”  bezeichnet den Wettkampf im Spielen von Computerspielen im Mehrspielermodus.” (Wikipedia)

Die wohl größte Sorge einiger professioneller Spieler und eSport-Förderer ist der „Durchbruch des eSport”. D.h. professionelles Computerspielen anerkannt als echte Sportart.

Doch wie würde ein neutraler Außenstehender der weder Pro noch Contra eSport ist, selbigen bewerten? Ich versuche mich in diesem Artikel in alle Positionen zu versetzen.

eSport ist Sport weil verschiedene Teams und Spieler einen Wettkampf ausführen, weil in zeitlicher Begrenzung jedes Team möglichst viele Punkte ergattern soll, je nach Spiel unterschiedlich. Beim Fußball sind es Tore, bei Counter-Strike gewonnene Runden. Weil sich „Clans”, Vereine und sogar große Organisationen gebildet haben die Ihre Spieler bezahlen, damit diese auf großen Turnieren den Namen der Organisation vertreten und gewinnen! Weil es Nationalteams gibt. Weil es den ESB (deutscher eSport Bund) gibt. Zumindest ist das die Meinung der Gamer.

Um zu erkennen ob Computerspielen in der heutigen Zeit als Sport bezeichnet werden kann oder nicht, muss man zu allererst wissen was „Sport” ist: Leider lässt sich das überhaupt nicht so einfach beantworten, wie man glaubt. Für viele ist Schach kein Sport, für diese ist Sport einzig und allein körperliche Betätigung. Jedoch wurde Schach vom deutschen Olympischen Sportbund als Sportart anerkannt. Denksport quasi. Also was wohl jeder mit Sport verbindet, ist Wettkampf! Im eSport werden Wettkämpfe ausgetragen; heißt das, dass es ein Sport ist? Konkurrierende Unternehmen wie ATI und nVidia führen auch einen Wettkampf. Üben sie einen Sport aus?

Der Bewegungssport hat viel gemein mit den Eigenschaften des eSport. Teamfähigkeit, Taktikverständnis und so weiter spielen eine Rolle. Doch wem will jener eSport-Förderer denn klar machen, dass eSport ein Sport ist? Den Autoren der Lexika und Duden dieser Welt? Oder der heutigen Gesellschaft? Letztere sieht nämlich, im allgemeinen, Sport als körperliche Betätigung an. Bewegungssport eben.

Als Kritiker würde ich sagen: „eSport” ist der Neologismus einer beträchtlichen und wachsenden Anzahl von unter anderem und vor allem Jugendlichen für die Rechtfertigung des Überkonsums von Computerspielen. Sogenannte eSport’ler verbringen Ihre Tage in abgedunkelten Zimmern wo sie „trainieren”, eine, für einen Scene-Fremden, unverständliche Sprache sprechen/schreiben und ihr reales soziales Umfeld vernachlässigen. Auf den Spielfeldern dieses „Sports”, nämlich den Maps und Levels der entsprechenden Spiele wirft man sich neben Granaten, Plasmakugeln und sonstigen Zaubereien auch schwere Beleidigungen an den Kopf. Im scheinbaren Schutz der Anonymität des Internetzes wird selbst das schmächtigste Kleinkind zum großen Macker. Von sportlicher Fairness keine Spur.  Dennoch steigt die Anzahl der eSport’ler an. Und wieso? Weil jede faule Sau nur ein paar Finger krümmen muss um Spaß zu haben und es Sport nennen zu können. Zumindest in der virtuellen Welt. Denn für was wird sich Fast-Food-Thomas denn entscheiden wenn er sich zwischen Computer und Fußball entscheiden darf? Man stelle sich vor, ein eSport’ler mit Pizzavorbau wird von Fremden, Bekannten, Freundin, Vorgesetzten und sonstigen Interessenten gefragt ob er Sport treibt: und er Antwortet „ja, jeden Tag!”. Nach drei Jahren intensiven eSports, muss sich Fast-Food-Thomas aufgrund hoher Cholesterinwerte zum Arzt begeben. Dieser empfiehlt ausgewogene Ernährung und zweimal die Woche Sport. Wer jetzt noch antwortet: „ich mache jeden Tag Sport” … für den finde ich keine passenden Worte. Wie will denn ein eSport’ler sein Ego und seine Reputation durch Counter-Strike verbessern? Fast-Food-Thomas und Eishockey-Holger werben beide um die Klassenschönheit. Eishockey-Holger beeindruckt mit stahlharten Muskeln, der Ausübung der puren Männlichkeit in Form des Sports Eishockey und einer Partyanwesenheit von 70%. FF-Thomas holt tief Luft, und erklärt der Umworbenen selbstbewusst: „hab gestern auf a-lang alle fünf geholt, hatte noch 100hp, deshalb war ich auch nicht auf der Party. Außerdem musst’ ich wegen geburtsbedingt hohem Cholesterinwert zum Arzt.”.  Elegant gelöst aber wohl kein Hingucker.  Okay ich gebe zu, diese Situation und auch die Personifikation eines Gamers durch Fast-Food-Thomas sind etwas übertrieben, aber es bringt mich wieder zum Vergleich Sport und eSport.

  • Sport ist gesund, ja? Nicht wenn eSport ein Sport ist!
  • Schlagzeile: „Fettleibigkeit bei Kindern und Jugendlichen die lieber vor dem PC sitzen als Sport zu treiben.”  Manch einer würde wohl sagen, sie treiben Sport!

Computerspielen als Sport zu bezeichnen verdreht ganz einfach die Gesellschaftliche Bedeutung von Sport. Das ist auch der Grund warum es niemals als Sport anerkannt werden wird. Und das ist auch gut so. Und beim Gesundheitsaspekt steht dieser Begriff sogar im Widerspruch. Ein Arzt mein wenn er sagt: „mach mehr Sport” nicht das du Counter-Strike spielen sollst! Deshalb kann eine Onlineliga ein so hohes Preisgeld stellen wie sie will, und Fernsehsender übertragen was sie wollen, damit wird die Scene wachsen, nicht jedoch die Anerkennung bei Menschen, bei denen es sich Lohnen würde. Familie, Freunde, Beziehungspartner, Vorgesetzten!

Zum Schluss noch: Jeder eSport’ler der sich auch von Scenefremden Anerkennung wünscht, sollte sich auch wie ein Scenefremder verständigen können. ;-)

  1. Hi, echt guter Artikel. Meine Antwort darauf: http://esportive.phostyx.de/?w=articles&action=detail&id=56&t=1

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    • Sumit
    • 23. Apr. 2009

    auch guter Artikel. Aber ich glaube nicht das es zu einem Stillstand kommen wird.
    Und naja zumindest ist das bei mir so: stolz darauf sein, 5 – 10 stunden am Tag am PC zu sitzen und CS zu zocken wenn Freunde draussen Eis essen und im Schwimmbad chillen? Ich krieg da nicht mehr als Scham raus.

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    • Max
    • 23. Apr. 2009

    Hey Sumit.

    Kein Schlechter Artikel, jedoch stellt sich mir eine Frage, siehst du Schach als Sport an?
    Weil mit den Begründungen die die gegen ESports bringst, demnach wäre Schach auch kein Sport.

    Ein Punkt ist auch fraglich, ESports wird kein Sport werden. Ich denke es WIRD Sport werden, denn in etlichen Ländern ist es schon anerkannter Sport, auch schon in EU-Ländern. Von demher denke ich ist es nur eine Frage der Zeit bis es sich auch in Deutschland durchgesetzt hat.

    Ich spiele zwar auch nicht mehr, jedoch finde ich das eine gewisse Anerkennung dem “ESports” nicht schaden dürfte.

    Vor allem weil sonst unserer LAN-Parties in Gefahr wären :P

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    • Sumit
    • 24. Apr. 2009

    Eure LANs wären nicht in Gefahr, weils Spaß macht. Selbst wenn eSport durch Definition und Politik anerkannt werden würde: Deine Mama schmeißt dich raus wenn du dich nach 8 stunden meldest: “boah, hab den ganzen tag sport gemacht”. Wie gesagt, bei den leuten bei denen es meiner meinung nach wichtig ist, was sie von dir denken, steht man mit computer spielen als sport ziemlich schlecht da.

    Schach… mhh… ich sehs nicht als Sport. Aber als wahnsinniges Denkspiel / Denksport. Ich hab weit mehr Respekt vor nem Profi-Schachspieler als vor nem Profi-CS’ler.

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    • Max
    • 24. Apr. 2009

    Ich will keineswegs behaupten, dass man den ESports als Ersatz für Fußball, Handball, Tennis oder ähnlichen Sportarten verwenden soll, jedoch kann man bemerken, dassdas Computerspielen immer mehr verteufelt wird. “Killerspiele” in Verbindung mit Amokläufen und das daraus resultierende verlangte Verbot von CS und ähnlichem wirft ein sehr schlechtes Licht auf den ESports.
    Doch dabei setzt sich niemand damit auseinander, bzw weiß nichtum was es dabei geht, was die Leute dazu bewegt, solche Spiele zu spielen.

    Ich habe mit ein paar aus unserem Verein und meine ehemaligen Klassen- und Ethiklehrerin eine Lehrerfortbildung gemacht. Dabei haben wir versucht die Lehrer den ESports etwas näher zu bringen und sie am Ende auch selbst spielen lassen und siehe da, es hat einigen gefallen, die davor CS verabscheut haben.

    Ich denke, dass wenn ESports anerkannt wird, dass dadurch die Leute mehr mit dem Thema konfraontieret werden und sich gezwungenermaßen damit auseinandersetzen. Klar, nicht jeder muss es mögen, sowie auch nicht jeder Boxen mag.

    Es gibt sicher nicht nur gutes an Computerspielen, denn Suchtgefahr und Vereinsamung sind nicht zu unterschätzen, jedoch hat das nichts mit dem ESports zutun, wo man im Team spielt und nebenbei ein normales Leben führen kann, Schule, Studium weiteren Arbeit nachgehen kann.
    Man sollte nicht jeden E-Sportler, als langhaarigen, fetten, versifften Nerd abstempeln, den ich kenn hunderte die das wiederlegen können.

    Ende aus Ahmen.

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    • Sumit
    • 24. Apr. 2009

    “Man sollte nicht jeden E-Sportler, als langhaarigen, fetten, versifften Nerd abstempeln, den ich kenn hunderte die das wiederlegen können.”

    Des is vollkommen richtig.

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    • Krampf
    • 22. Jan. 2010

    Kack artikel,das ist ja mal null wissenschaftlich, kannst vergessen!
    eSport ist nicht ganz so easy Alter!

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    • Sumit
    • 22. Jan. 2010

    ich seh das ja auch nicht wissenschaftlich sondern mit gesundem Menschenverstand ;-)

    Krampf :

    eSport ist nicht ganz so easy Alter!

    Ich lass mich gerne aufklären ;-)

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